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Bis 11. Jänner 2020:

Wien im Mai 1969: “Wir sind reich!" Der bis gerade eben noch ganz brave Buchhalter Karl ist wild entschlossen, sein altes Leben auf der Stelle hinter sich zu lassen. In der Wiener Straßenbahn hat er irrtümlich den Aktenkoffer seines Sitznachbarn mitgenommen und ist jetzt überraschend Millionär. Sofort erwacht die kriminelle Energie in ihm - so kann er der Versuchung des unerwarteten Geldsegens nicht widerstehen und drängt seine Frau Elfie gemeinsam mit ihm und dem Geld die Flucht in den sonnigen Süden anzutreten.

Es dauert jedoch nicht lange, bis sich die Polizei für Karl Nowak zu interessieren beginnt, da sein eigener Aktenkoffer in der Hand einer Leiche im Donaukanal aufgetaucht ist. Auch die plötzlich vor der Tür stehenden Geburtstagsgäste erleichtern eine unauffällige Flucht nicht wirklich. Karl gibt sein Bestes, um die verschiedenen Parteien zu beschwichtigen, indem er in immer neue Rollen schlüpft und immer haarsträubendere Erklärungen erfindet. Als dann auch noch ein mysteriöser Gangsterboss auftaucht und Anspruch auf den Koffer erhebt, ist das Chaos perfekt...


Elfie:

Er ist erst seit fünf Minuten zu Hause und hat seitdem unzüchtige Handlungen zugegeben, einen Polizisten bestochen und das blöde Bali gekauft.

Sissy:

Und du bist mit ihm verheiratet, du Glückliche.


Kommissar Huber:

Seine Leiche wurde in den Donaukanal geworfen. Zwei Einschusslöcher in seinem Hinterkopf.Außerdem waren seine Beine zusammengebunden. Und seine Arme. Und es wurden Gewichte an seine Füße gebunden.

Elfie:

Vielleicht war es ein Unfall?


Franz:

Komm Sissy wir gehen, kaufen was am Würstelstand und schauen zu Hause Farbfernsehen.

Sissy:

Farbfernsehen? Hier läuft der Tatort live!


Karl:

Du hättest ihr den Schnaps wegnehmen sollen.

Sissy:

Der ist doch eh alle. Sie ist schon beim Klosterfrau Melissengeist.


Karl:

Ich war so nah dran. Barcelona! Bali! Der heiße Partnertausch!

Schurli:

Kann man so was im Reisebüro buchen?

Der Lachschlager von Ray Cooney

Mit akribischer Genauigkeit und in atemberaubendem Tempo lässt Cooney seine Figuren über die Bühne jagen! Sie stolpern von einer Katastrophe in die Nächste und von einer Notlüge zur anderen. Komischer, nervenaufreibender und verrückter ist selten zuvor eine Komödie gewesen! Ein unvergesslicher und überaus amüsanter Theaterabend!

Ein weiteres komödiantisches Meisterwerk aus der Feder des Komödienmeisters,

der Erfolgstücke wie „Außer Kontrolle“ & „Taxi Taxi“ bereits über

die deutschsprachigen Bühnen fegen lies...

FUNNY MONEY!

täglich, außer Sonntag & Montag um 20:15 Uhr,

Silvester um 18:00 & 21:00 Uhr

mit Eva-Christina Binder, Natascha Shalaby,

Victor Kautsch, Felix Millauer, Rochus Millauer, Anatol Rieger, Ralph Saml, Rafael Witak

REGIE: SISSY BORAN & ANDREA ECKSTEIN

Bühnenbild: Siegbert Zivny

Kostüme: Barbara Langbein

FUNNY MONEY! Denn sehr viel Geld macht großen Spaß

Englischer Humor als Lacherfolg auf gut Wienerisch


Was machen etliche Millionen aus einem biederen Menschen? Dieser Frage ist der in London geborene Meister der rasanten Farce, eben Ray Conney, nachgegangen. Seine Antwort scheint auf den ersten Blick ernüchternd. Geld verdirbt auf der Stelle den Charakter, so schnell kann man die Bündel mit den Tausendern gar nicht zählen, um nicht bereits ins Kriminal abgerutscht zu sein. Auch der kleine Angestellte, der bis zu diesem Augenblick brav seiner schlecht bezahlten Arbeit nachgegangen ist, klammert sich mit eisernem Griff an den Koffer voller Banknoten, der ihm in der Straßenbahn aufgrund einer glücklichen Verwechslung zugewachsen ist. Er beginnt zu lügen wie gedruckt und ist sogar bereit, seine ihn liebende, aber sesshafte Gattin gegen ein anderes Weib zu tauschen, nur um den unerhofften Reichtum irgendwo in fernen Landen ungestört verprassen zu können. Der Autor macht es dem frisch gebackenen Ganoven aber nicht so leicht. Er lässt gleich zwei Kriminalbeamte aufmarschieren und einen geheimnisvollen Oktkoff, den mutmaßlichen Eigner des Geldes.

Ob der Plan mit dem schnell gebuchten Flug nach Barcelona wirklich durchgeht, wer das erfahren will, muss diesen Abend voller Lachen einfach auf sich nehmen. Mit Gags wird in „Funny Money!“ geradeso freizügig herumgeworfen wie mit Tausendern und nicht gespart wird an tief humorigen Einblicken in die finsteren Abgründe der Charaktere, die ihren letzten Funken Anstand auslöschen, wenn es darum geht, endlich einmal so leben zu können, wie man es sich vielleicht in kühnen Träumen erhofft hat.

Sissy Boran, Prinzipalin der Komödie am Kai, und ihre rechte Hand Andrea Eckstein haben ganz im Sinn des Brexit das Stück erstens von der Insel nach Wien geholt, genauer gesagt, nach Ottakring, und zweitens sicherheitshalber in das Jahr 1969 zurückverlegt. Über Gewesenes kann man befreiter lachen als über Aktuelles, das bestimmt so manchen zwicken würde, der sich in einer der großteils verderbten Gestalten wiedererkennen könnte. Genauer gesagt, es handelt sich um den 7. Mai.

Karl Nowak hat Geburtstag, an dem ihm das Schicksal den prall gefüllten Geldkoffer schenkt. Victor Kautsch gibt mit vollem Einsatz den geborenen Loser, der in einer plötzlich erwachten Besitzgier jedoch ungemein erfinderisch wird. Seine Frau Elfie hält wenig bis gar nichts vom überhasteten Aufbruch und beginnt sich in ihrem Jammer systematisch zu besaufen. Eva-Christina Binder lässt in berührender Weise ihre dem harten Getränk zusprechende Antialkoholikerin ein Glas nach dem anderen kippen, bis sie selbst umkippt. An sich wollte sie mit Sissy (Natascha Shalaby) und Franz (Ralph Saml) ganz einfach feiern. Dass nichts daraus wird, dafür sorgen die beiden Kiberer Pokorny und Huber. Der eine, Anatol Rieger, erscheint, um ihren Gatten aufgrund des Verdachts von unzüchtigem Verhalten zu verhören und kassiert ungeniert einen Haufen Bestechungsgeld.

Den anderen (Rafael Witak) soll sie ins Leichenschauhaus begleiten, wo angeblich ihr gewaltsam ums Leben gebrachter Mann zu identifizieren ist. So was haut die stärkste Frau um. Wenn einer nun glaubt, dass zumindest der Taxler Schurli (Rochus Millauer) eine ehrliche Haut ist, dann wird ihm seine Überzeugung gern belassen. Was es nun mit Herrn Oktkoff (Felix Millauer), der beharrlich anruft und zuletzt Opfer eines Unfalles wird, auf sich hat, auch das muss sich jeder selbst anschauen. Es zahlt sich aus!


Kultur & Wein, 17. Oktober 2019