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Vom 17. Juli bis 7. September 2019:

Die beiden Möchtegern-Ganoven Andy und Chantal träumen vom großen Geld, einer Heirat in Las Vegas und Flitterwochen auf Hawaii. Ein Kinderspiel! Wie ihre großen Vorbilder Bonnie und Clyde müssen sie einfach eine Bank überfallen und schon schwimmen sie im Geld! Eigentlich ein idiotensicherer Plan... Wären da nicht diese unerwartet auftauchenden Probleme, wie falsch gelesene Straßenkarten, vertauschte Einkaufssackerln, einiger Rechts-Links Schwächen, einer verkehrt angezogenen Strumpfmaske und der zunehmend starken Konkurrenz im Bankräubergeschäft.

Zielsicher tappen die beiden von einer Lachtränen treibenden Katastrophe zur nächsten. Und so scheint der Traum vom Reichtum, trotz umfangreicher Generalproben und mehrmaliger Versuche, letztendlich zum Scheitern verurteilt zu sein...

Die turbulente und aberwitzige Gauner-Komödie

von Tom Müller & Sabine Misiorny


Ein wahrlich krimineller Anschlag auf Ihre Lachmuskeln!

Mit „Zwei wie Bonnie und Clyde“ erwartet Sie ein groteskes Abenteuer, bei dem ein Gag den nächsten jagt und die Lage für das dilettantische Gaunerpärchen immer verzwickter und verrückter wird. Ein Komödienspiel, das man gesehen haben muss!

ZWEI WIE BONNIE UND CLYDE

täglich, außer Sonntag & Montag um 20:15 Uhr

mit Bernadette Mezgolits & Florian Resetarits


REGIE: SISSY BORAN & ANDREA ECKSTEIN

Bühnenbild: Martin Gesslbauer

Kostüme: Barbara Langbein

Beinahe ein Bankraub in der Komödie am Kai

"Zwei wie Bonnie und Clyde" mit Bernadette Mezgolits und Florian Resetarits.


Er möchte so gerne eine Bank ausrauben. Einerseits geht es Andy ums Geld, no na, andererseits (mehr noch) begeistert er sich für das amerikanische 30er-Jahre-Verbrecherpaar Bonnie und Clyde. Einmal Star der Nachrichten sein...!

Was dem Clyde seine Bonnie war, ist dem Andy seine Chantal. Sie ist zwar dunkelhaarig, bedient aber alle Blondinen-Klischees. Weshalb es mit dem Raub nicht so recht klappen will, weder beim ersten Mal, noch beim zweiten, noch beim. . . Und das Versteck ist ausgerechnet das Lager eines Schuhladens. Chantal im Paradies!

In Martin Gesslbauers fabelhaftem Bühnenbild glänzt die Zwei-Personen-Boulevardkomödie mit absurden Dialogen. Die Situationskomik setzen die Regisseurinnen Sissy Boran und Andrea Eckstein brillant in Szene. Florian Resetarits ist ein testosterondampfender Andy, den Bernadette Mezgolits an den Rand der Verzweiflung treibt. Gretchenfrage: Ist diese Chantal so doof - oder hat sie es faustdick hinter den Ohren?

Eine Strapaz für die Lachmuskeln ist garantiert!


Edwin Baumgartner, Wiener Zeitung, 18. Juli 2019

Möchtegern-Bankräuber im Schuhschachtel-Chaos

„Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ lässt Bertolt Brecht seinen Protagonisten Mackie Messer rhetorisch in der „Dreigroschenoper“ fragen. Die beiden Möchtegern-Ganoven Chantal und Andy jedenfalls bleiben bei der ersten Variante, zumindest lautet ihr sorgfältig ausgetüftelter Plan so. Tom Müller und Sabine Misiorny haben mit ihrem Stück „Zwei wie Bonnie und Clyde“ eine höchst vergnügliche Schilderung über das kriminelle Tun zweier mäßig geschickter Gauner verfasst, die Sissy Boran und Andrea Eckstein für die Komödie am Kai hervorragend, mit vortrefflichem Gespür für Situationskomik, in Szene gesetzt haben.

Chantal und Andy landen bei ihrer Flucht nach einem misslungenen Bankraub in einem schäbigen Lagerraum eines verlassenen Schuhgeschäfts (Martin Gesslbauer hat mit seinem großartigen Bühnenbild wieder einmal ganze Arbeit geleistet), sehr zur Freude von Chantal. Doch mit dem Anprobieren wird es nichts, es gilt, eine zielsichere Methode für den perfekten Banküberfall zu finden. Doch was in der Theorie so einfach klingt, erweist sich in der Praxis als exorbitante Herausforderung. Chantal, in silberfarben-glitzernden High-Heels-Sandaletten (Barbara Langbein hat die zu den Charakteren passende Kostüme entworfen) durch das Schuhschachtel-Universum stöckelnd, erweist sich als einigermaßen herausfordernde Komplizin: Vertauschte Einkaufssackerln, ein mangelnder Orientierungssinn oder ein leerer Tank machen den beiden Möchtegern-Räubern auch bei mehrfachen Versuchen einen Strich durch die Rechnung. Aber so schnell geben die beiden nicht auf, lauschen eifrig den Radio-Nachrichten und schmieden in ihrem Versteck weiterhin Pläne, wie sie an das ganz große Geld kommen, mit dem Andy seiner Chantal eine Traumhochzeit in Las Vegas samt Flitterwochen auf Hawaii versprochen hat.

Bernadette Mezgolits und Florian Resetarits sind ein traumhaftes Duo: Mezgolits mimt die erstaunlich begriffsstutzige Chantal mit großem komödiantischem Talent (allein schon, wie entzückend Chantal ihre Strumpfmaske verknotet!), an ihrer Seite agiert Resetarits grandios als belehrender Andi. Beide zeigen sich auch von ihrer stimmgewaltigen Seite, wenn sie zu den Szenen thematisch passende Evergreens („Hands Up“, „Blond“, „Money, Money, Money“) ertönen lassen (musikalische Leitung: Walter Lochmann).

Keinesfalls sollte an dieser Stelle verraten werden, ob die beiden reüssieren. Nach der Pause nimmt das Stück zusätzlich an Fahrt auf, weil die beiden tollpatschigen Ganoven einen geheimnisvollen Seesack finden. Was dieser in sich birgt, warum blickdichte Strumpfhosen für einen Bankraub eher ungeeignet sind, welche Rolle die unzähligen Schuhkartons spielen und wer zu guter Letzt den Überblick über diese behält – dieses Kabinettstück an gut gemachter Unterhaltung sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Sehenswert, witzig, aber auch spannend bis zur letzten Minute!


Anja Schmidt, Kulturschatulle, 23. Juli 2019

ZWEI WIE BONNIE & CLYDE als patscherte Ganoven

Ein Bankraub darf auch Spaß machen, zumindest für die Zuschauer


Den Traum vom großen Geld, das sich mit ein bisschen Bauchweh und einer Pistole an einem Bankschalter machen lässt, haben schon viele geträumt. Die meisten von diesen zweifelhaften Glücksrittern hat man bald darauf erwischt und sie sicherheitshalber hinter Gitter gebracht. Dennoch werden ständig neue Versuche unternommen, den Kassier mit wüsten Drohungen zu schrecken und damit zur Herausgabe der dicken Bündel mit den großen Scheinen zu bewegen. Längst sind die Geldinstitute so unfair, den Möchtergernräubern das Unternehmen so kompliziert zu machen, beispielsweise mit stillem Alarm, Überwachungskameras und präparierten Banknoten, dass sich das Wagnis nur sehr selten auszahlt. Wenn es einer doch versucht, dann steckt meistens akute Geldnot dahinter, die offenbar nur durch einen solchen Gewaltakt gemildert werden kann. Der brave Otto Normalverbraucher liest davon üblicherweise in der Zeitung oder verfolgt im Radio gespannt die Fahndung nach den Bankräubern, bis man sie endlich in Handschellen geschlossen hat.

Dann nippt er zufrieden an seinem Achterl und sagt: „Unrecht Gut gedeiht nicht gut!“ Wie viel mehr Spaß hätte er, wenn er zwei wirklich patscherte Ganoven dabei beobachten könnte, wie sie reihenweise an ihrer eigenen Dummheit scheitern. Gelegenheit gibt´s derzeit in der Komödie am Kai mit „Zwei wie Bonnie & Clyde“ (von Tom Müller & Sabine Misiorny), die alles das drauf haben, was irgendwie zum Scheitern eines solchen Coups beiträgt, von der Gott gegebenen Einfalt der Partnerin bis zur Ungeschicklichkeit des Mastermind dieser Minigang, verbunden mit der Hartnäckigkeit, die Aussichtslosigkeit nach dem x-ten Rückschlag zu ignorieren.

Unter der Regie von Sissy Boran & Andrea Eckstein schaffen Bernadette Mezgolits als Chantal und Florian Resetarits als Andy gute zwei Stunden im Duett Spaß und Lachen. In das von Martin Gesslbauer mit Schuhkartons genial trostlos ausgestattetem Versteck, ein aufgelassenes Lager, kehren sie verlässlich zurück, um die nächste Aktion zu planen. Ziel ist Los Vegas (Chantal), für Andy Las Vegas als Ort der Hochzeit, die man mit dem erbeuteten Reichtum zelebrieren will. Die mit körperlichen Reizen üppig ausgestattete Chantal ist zwar dümmer als die Polizei erlaubt, bringt damit aber erfrischende und vor allem charmante Komik in den „spannenden Krimi“.

Wer wirklich der Blöde ist, wird sich am Schluss herausstellen, was hier natürlich nicht verraten wird. Sowohl Mezgolits als auch Resetarits sind tolle Sänger, die ohne Mikro an der Wange wacker ein paar Hadern mit beeindruckender Röhre schmettern. Auch diese von Walter Lochmann ausgewählte Musik verkürzt das Bemühen um schnell erworbenes Geld, das sich mit blickdichten Strumpfmasken, einer ungeladenen Pistole und einem Auto mit leerem Tank als gar nicht so unmöglich herausstellt.


Kultur & Wein, 21. Juli 2019