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Bis 30. März 2019:

Bernhard ist verheiratet, liebt seine Frau Hanna, ist zufrieden und will eigentlich, dass sich nichts ändert.

Hanna ist verheiratet, liebt ihren Mann Bernhard auch, ist nicht unzufrieden, aber sie will, dass sich noch einmal etwas ändert.

Claudia will Max heiraten, liebt ihn, sehnt sich nach Zufriedenheit und will, dass sich das nie ändert.

Max weiß nicht recht, ob er Claudia heiraten will, er ist vor allem mit sich zufrieden und will, dass sich nichts ändert.

Hanna‘s Mutter Elvira war verheiratet, ist immer unzufrieden und will, dass sich mal richtig was ändert.

Hanna und Claudia sind Freundinnen. Doch als sich Claudia bei Hanna zu einem Besuch anmeldet, um ihren zukünftigen Mann Max vorzustellen, merkt Bernhard, dass er mal was mit Claudia hatte.

Und plötzlich beginnt ein turbulentes Chaos genau nach Elvira‘s Geschmack und sie dreht munter weiter an diesem Karussell der Gefühle, bis...

Die turbulente und irrwitzige Komödie von Alexander Ollig


Ein Reigen voller Irrungen und Wirrungen - ganz nach dem Motto:

Heiraten selber ist nicht schwer, verheiratet bleiben, dagegen sehr!

SCHWIEGERMUTTER UND ANDERE BOSHEITEN

täglich, außer Sonntag & Montag um 20:15 Uhr

mit Irene Budischowsky, Susanna Hirschler, Edith Leyrer, Rudi Larsen, Christian Spatzek


REGIE: CHRISTIAN SPATZEK

Bühnenbild: Siegbert Zivny

Kostüme: Barbara Langbein

SCHWIEGERMUTTER UND ANDERE BOSHEITEN von allgemeinem Nutzen

Ein Liebhaber, verlässlich potent für drei Generationen


Wenn man an einem Abend fünf großartige Komödianten gemeinsam am Werk sehen will, ist man in der Komödie am Kai mit dem Stück „Schwiegermutter und andere Bosheiten“ von Alexander Ollig bestens aufgehoben. Über die Qualität dieser Posse lässt sich diskutieren. Sollte ihr jemand mangelnden Tiefgang vorwerfen wollen, dann wird dieser Mangel vom Darsteller-Quintett mehr als wettgemacht. Im Mittelpunkt steht Max, ein Schwerenöter, ein Aufreißer par excellence, dem die Weiblichkeit egal welchen Alters mit Wonne ins Bett folgt. Sein Schmäh ist ja nicht schlecht: Banker in Frankfurt, immer in der Welt unterwegs und gesegnet mit einem Charme, um den ihn Casanova beneiden möchte. Rudolf Larsen ist zwar nicht der „geföhnte Schönling“, aber er schenkt seiner Rolle in rustikaler Grobheit die Anziehungskraft wilder Männlichkeit. Erstaunlich, dass sich so ein windiger Kerl mit ernsthaften Heiratsabsichten trägt. Der Grund für diesen selbst gewählten Einschnitt in das Dasein des erotischen Freigeistes ist Claudia (Irene Budischowsky). Sie ist bildschön und verknallt wie ein Teeanger.

Vor allem aber ist sie Geschäftsfrau, die dem Galan ein finanziell gesichertes Dasein bescheren möchte. Er muss ihr ja nicht treu sein, sie braucht´s ja nur nicht zu wissen. Aus nicht näher bekannten Gründen quartiert sich das Liebespaar für ein, zwei Tage bei Claudias Freundin Hanna ein. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ist dort der Haussegen in Schieflage geraten. Das lang gediente Ehepaar Hanna und Bernhard hat beschlossen, sich für eine Zeit zu trennen. Susanne Hirschler und Christian Spatzek suhlen sich in der Tristesse zweier Leute, denen, wie es Erich Kästner ausgedrückt hat, die Liebe abhanden gekommen ist wie anderen ein Stock oder ein Hut.

Wo bleibt aber nun die schon im Titel angedrohte Schwiegermutter? Als Verkörperung des diesem Begriff zugrunde liegenden Dämonischen schneit Edith Leyrer herein und legt hemmungslos mit den „anderen Bosheiten“ los. Ihre Elvira verfügt über ungeahnte Erfahrungen, von denen die Jüngeren nur bescheiden lernen können. Das vor scharfer Säure triefende „Und du glaubst das“ sollte Claudia zu denken geben, und ihre Bösartigkeit sollte auch ein Max nicht unterschätzen.

Freilich hatte auch sie ein Verhältnis mit ihm, gerade so wie Hanna und nunmehr sogar deren Tochter Eva, deren Liebeskummer  und Probleme mit ihrer in Bett und Büro Vorgesetzten man allerdings nur am Telefon kennenlernt. Sie arbeitet derzeit gerade in der Frankfurter Bank als Praktikantin.

Schauplatz der schlagweisen Enthüllungen ist hingegen ein Haus im biederen Breitenfurt, das Bühnenbildner Siegbert Zivny recht elegant und praktisch eingerichtet hat. Die Mauern sind hellhörig genug, um schmachtende Telefonate von Max an die falschen Ohren zu tragen, aber auch entsprechend verschwiegen, um dem Pantoffelhelden Bernhard Genugtuung zu bieten. Der eigentliche Befreiungsschlag aus allgemeiner Unmoral obliegt allerdings seiner Schwiegermutter, bravo!


Kultur & Wein, 11. Februar 2019



SCHWIEGERMUTTER UND ANDERE BOSHEITEN - Komödie am Kai

Betritt man den kleinen Vorraum, steigt die Stufen hinunter zur Theaterkasse und weitere Stufen zum Foyer, so fühlt man sich beinahe wie daheim. Es ist eine fast familiäre Atmosphäre von der man sofort gefangen wird. Der Zuschauerraum ist größer als man ihn auf Grund der kleinen Eingangsräumlichkeiten erwartet hätte und doch irgendwie heimelig. Kurz ein Theater zum Wohlfühlen.

Es ist Premierenabend einer Komödie von Alexander Ollig. Der vielbeschäftigte Autor schrieb unter anderem gehobene Boulevardkomödien für das Theater, darunter auch:

„Schwiegermutter und andere Bosheiten“, die jetzt bis Anfang April auf dem Spielplan der Kleinen Komödie steht. Da es eine Premiere ist, sind sehr viele Prominente aus der Theater und Künstlerwelt anwesend.

In drei Akten werden dem Zuschauer Szenen in einem gemütlichen Wohnzimmer, aus dem Alltag von Ehe, Freundschaft und Liebschaft serviert. Die momentanen Beziehungsschwierigkeiten des Ehepaares Mendl, das Auftauchen der exzentrischen Mutter der Frau, der unerwartete Besuch zweier Freundinnen, eine davon mit Liebhaber, der sich als Verflossener aller drei Frauen entpuppt, sorgen für reichlich turbulente Handlungen. Die spritzigen, oft spitzen Dialoge, drücken ganz ordentlich auf die Lachmuskeln. Schade, dass die eine oder andere Pointe verloren geht, weil sie zu leise gesprochen wird.

Die fünf Darsteller Christian Spatzek, Susanna Hirschler, Irene Budischowsky, Rudolf Larsen und vor allem Edith Leyrer als Schwiegermutter, halten das Publikum mit ihrer treffenden Darstellung der verschiedenen Charaktere durchgehend bei bester Laune.

Eine ausgesprochen amüsante Idee des Regisseurs Christian Spatzek war auch, die Darstellung von etwas derberen Auseinandersetzungen in Zeitlupe ausführen zu lassen und dabei mit Lichteffekt zu spielen.

Für alle Komödienliebhaber ein lohnender Abend. Man wünscht der rührigen, idealistischen und höchst engagierten Leiterin des Theaters Sissy Boran, dass sie weiterhin viel Erfolg hat.

Mit einem bekannten Ausspruch von Karl Farkas kann man nur den Rat geben:

„Schauen sie sich das an!“


Vienna Journal, 15. Februar 2019