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Bis 8. September 2018:

Romeo & Julia - das bekannteste Liebespaar aller Zeiten! „Willst du schon gehen? Der Tag ist ja noch fern...“ wer kennt nicht diese liebenden Worte. Doch ihre Liebe konnte nur durch den dramatischen Tod der beiden ihren mystischen Charakter erhalten und zur Vollkommenheit gelangen. Einfach perfekt!

Doch was wäre geschehen, wenn Julia rechtzeitig erwacht und die beiden als Ehepaar in Verona gemeinsam alt geworden wären? Dieser reizvollen Hypothese widmet sich Kishon in seiner Satire.

Denn selbst das größte Liebespaar der Weltgeschichte bleibt nicht von den täglichen Streitereien des Ehealltags verschont. Der Ballettlehrer Romeo und die Hausfrau Julia sind zudem mit ihrer pubertierenden Tochter geschlagen. Und diese hat nur Verachtung für ihre Eltern übrig: „... was das Leben wirklich lebenswert macht, davon habt ihr keine Ahnung! Romeo und Julia! Was wisst denn ihr zwei von Liebe!“

Romeo Montague hat nur noch Augen für eine gewisse Lisa. Und Julia Montague-Capulet ist auch nicht mehr die veroneser Schönheit aus Jugendtagen. Erschüttert über die Entwicklung des schönsten seiner Liebesdramen erscheint William Shakespeare als Geist um sein Werk zu vollenden: Er will die beiden abermals in den Selbstmord treiben.

Wieder helfen Pater Lorenzo und die alte Amme von Julia dem Paar aus der Not. Doch schaffen sie es dieses Mal zum Happy End...?

Ein heiteres Trauerspiel mit Musik von EPHRAIM KISHON

Deutsche Übersetzung von FRIEDRICH TORBERG


"War es die Nachtigall oder die Lerche?"

Durch Kishon bekommt diese Frage eine ganz neue Bedeutung!

ES WAR DIE LERCHE

täglich, außer Sonntag & Montag um 20:15 Uhr

mit Dagmar Truxa, Rudolf Pfister, Rafael Witak


REGIE: SISSY BORAN

Musik: Kurt Gold-Szklarski

Bühnenbild: Siegbert Zivny

Kostüme: Barbara Langbein

Maskendesign: Coco Schober

ES WAR DIE LERCHE oder doch die Nachtigall? – Ein Ehestreit!

Ein heiteres Trauerspiel über zwei legendäre, aber alt gewordene Liebende


So ein Ende hätte sich der Theaterdirektor seinerzeit gewünscht, als ihm Shakespeare den Ausgang von Romeo und Julia erzählt hat und er nur gallig bemerken konnte, dass sich das Publikum dabei aber vor Lachen biegen wird. Hunde und Spaßmacher hätte sich die Königin gewünscht, nicht zwei tote junge Leute, die so verliebt waren, dass heute noch bei guten Inszenierungen dieses Stücks der Taschentuchverbrauch sprunghaft ansteigt. Ephraim Kishon konnte sogar darüber lächeln, weil ihm eine großartige Idee gekommen war. Er ließ Julia einfach rechtzeitig erwachen und damit zwei tragische Selbstmorde in der Theatergeschichte ausfallen. Sein Stück beginnt einfach einige Jahrzehnte später. Romeo und Julia sind verheiratet und haben als alte Eheleute jede Romantik verloren. Täglich grüßt der Streit, ob es die Lerche war, die für Romeo an der nunmehrigen Misere schuld ist, oder nicht doch die Nachtigall, wie Julia behauptet. Im Grunde gibt es keine größere Tragödie als ein desillusioniertes Paar, das für Generationen von Menschen zum Inbegriff der Liebe geworden ist.

Der meisterhafte Satiriker Kishon versteht es aber dennoch, die Leute mit diesem Jammer zum Lachen zu bringen. Die Zuschauer finden sich verlässlich in den beiden Hauptgestalten. Lockenwickler auf dem Kopf der schlafenden Julia sind gerade so sexy wie die Ratlosigkeit Romeos, wenn sie eine morgendliche Umarmung von ihm begehrt. Er verdient zu wenig Geld, um ihr ein Hausmädchen anstellen zu können, sie kocht ihm zur Revanche ungenießbaren Kaffee. Wo geht´s denn anders zu als bei den beiden überwuzzelten Montagues?! Die Tochter ist auf Negativtrip und als Besucher kommen bestenfalls der senile Pater Lorenzo und die schwerhörige Amme. Aber halt! Überraschend erscheint der Geist von William Shakespeare persönlich, mit dem sich pointierte Streitgespräche über Sinn und Unsinn seiner Stücke entwickeln. Es gipfelt darin, dass er zugibt, nicht der Autor der großen Dramen zu sein. Geschrieben hätte sie in Mann gleichen Namens.

Spaß ist also garantiert, wenn unter der Regie der Prinzipalin Sissy Boran diese Farce in der Komödie am Kai gegeben wird. Von drei Schauspielern werden sechs Rollen bestritten. Rudolf Pfister ist Romeo und verwandelt sich in Windeseile zum steinalten Mönch Pater Lorenzo. Seine Julia (Dagmar Truxa) wird im Handumdrehen, beziehungsweise kurzem Abtreten zur eigenen Tochter mit blauen Haaren und zur Amme. Der einzige, der sich mit einer Figur bescheiden muss, ist Rafael Witak, der von Babsi Langbein (Kostüme) in ein perfekt sitzendes Outfit des 17. Jahrhunderts gesteckt wurde. Ort & Zeit der Handlung ist immerhin Verona anno 1623.

Zur Musikbegleitung von Kurt Gold-Szklarski wird gesungen, zum Beispiel das Meisterwerk einer Canzone d´amore auf den Thermophor, in den sich Romeo verknallt hat. Neben aller Unterhaltung gibt´s auch was zum Lernen, denn Kishon lässt bei jedem Satz sein ungeheures Wissen um Shakespeare aufblitzen, zwar augenzwinkernd, aber doch so deutlich, dass man selbst zum Schatzgräber im eigenen Gedächtnis wird, wenn die anderen bereits lachen, während man selbst noch über die Pointe nachsinniert.


Kultur & Wein, 20. Juli 2018