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Vom 17. Oktober 2017 bis 6. Jänner 2018:

In einem nahezu friedlichen Idyll wohnt die alte Witwe Margret Wilberforth alleine mit ihrem Papagei „Mr. Gordon“ in einer großen Stadtvilla. Die Villa würde eigentlich reichlich Zimmer zum Vermieten bieten, doch durch die Nähe zum Bahnhof und den damit verbundenen Zuglärm ist es der alten Dame bisweilen noch nicht geglückt auch nur eines der Zimmer an den „Mann“ zu bringen. Bis eines Tages plötzlich der verschrobene Professor Marcus bei ihr auf auftaucht und gerne eines der Zimmer zusammen mit seinen Freunden mieten möchte, um dort ungestört musizieren zu können.

Was die vertrauensvolle Dame, die auf Anhieb von der Idee begeistert ist, jedoch nicht weiß: die Instrumente sind nur Tarnung, und die Streichmusik ertönt lediglich aus der Konserve. Denn in Wahrheit planen die als Streichquartett getarnten Gangster einen genialen Banküberfall und benötigen das Zimmer nur als Einsatzzentrale. Doch so genial der Plan auch scheinen mag, so wird die vertrauensselige Dame immer mehr zum Problem für die Herren. Nicht nur, dass ständig ihre Freundinnen zum Tee geladen werden. Ungewollt stößt Mrs. Wilberforth auch noch auf das gestohlene Geld. Bevor das Ganze aufzufliegen droht, bleibt den Ganoven nur noch ein Ausweg: Die alte Dame muss weg...

REGIE: SISSY BORAN

Bühnenbild: Siegbert Zivny

Kostüme: Barbara Langbein

LADYKILLERS

täglich, außer Sonntag & Montag um 20:15 Uhr

Silvester 18:00 Uhr & 21:00 Uhr

mit Eva Agai, Ingeborg Bauböck, Ulli Fessl,

Victor Kautsch, Rudolf Larsen, Josef Pechhacker, Stefan Wilde, Rafael Witak


Eine reizende alte Dame, alleine in ihrem Haus im Kolonialstil am Ende einer einsamen Straße und vier Gangster, die über Leichen gehen... Eine Krimikomödie von Elke Körver und Maria Caleita, die einen Mordsspaß verspricht! Denn „Ladykillers“ ist seit seiner berühmten Verfilmung von William Rose auch auf der Bühne zum Kultstück geworden.

Ein rabenschwarzer und spannungsgeladener Theaterspaß bei dem sich die Leichen auf der Bühne türmen. Und es darf von Herzen gelacht werden!

LADYKILLERS Geigenkästen voll geraubter Moneten

Liebe Verbrecher, hütet euch vor lieben alten Damen!


Man muss der Polizei nur ordentlich auf die Nerven gehen, damit sie einem irgendwann überhaupt nichts mehr glaubt. Es scheint fast, als wäre das die Strategie von Margaret Wilberforth gewesen. Denn nachdem sich die Gangster von selbst eliminiert haben, bleibt ihr die gesamte Beute eines großartigen Überfalls auf einen Geldtransporter. Man verrät damit, glaube ich zumindest, nicht die Pointe. Seit der Film „Ladykillers“ 1955 die Kinos eroberte und später regelmäßig im Nachmittagsprogramm des Fernsehens gezeigt wurde, kennt man den Ausgang dieser herrlich britischen Krimikomödie. Trotzdem macht es ungeheuren Spaß, den Umtrieben der angeblichen Geigenvirtuosen quasi live auf der Bühne zuzuschauen, wie derzeit in der Komödie am Kai, wo dieses Stück unter der Regie von Sissy Boran ins Programm genommen wurde.

Zum wahren Vergnügen einer Bühnenversion gehört natürlich eine entsprechende Besetzung. Der brave Polizeiinspektor Mr. Thompson muss ein netter junger Mann sein. Statt um Verbrecher kümmert er sich um das Wohl alter Damen, bringt ihnen den Schirm nach und leistet ihnen bei einem Glas Portwein Gesellschaft. Rafael Witak nimmt man diesen hilfsbereiten Herrn auf der Stelle ab. Bei seinem Charme schmilzt das Herz einer jeden Lady, egal welchen Alters. Die beiden Freundinnen Gwendolyn Livingstone und Harriet Plimshead benötigen reizende Naivität, zumindest bescheidenes Interesse für Musik und vor allem die entsprechende Aufdringlichkeit, wenn es darum geht, für das Fest ihres Wohltätigkeitsvereins nicht nur das Streichquartett, sondern gleich die Komposition einer ganzen Symphonie zu bestellen. Eva Agai und Ingeborg Bauböck scheinen dafür wie geschaffen. Diese beiden wissen, wie man das G auf der Gitarre bzw. auf der Klarinette findet und dabei das Publikum zum Lachen bringt.

Professor Marcus ist der eloquente Kopf der Bande. Er weiß in der blödesten Situation die richtige Ausrede, muss seine kriminelle Energie hinter großtuerischem Gehabe verbergen können und in jeder Lage der elegante Primgeiger des Streichquartetts bleiben. Victor Kautsch ist diese Rolle auf den Leib geschrieben. Nicht nur, dass er der größte der vier ist, er hat auch die Souveränität eines Bosses, der minutiös einen Überfall planen und dirigieren kann. Dr. Courtenay ist der Arzt, der irgendwann vom medizinischen Heilsweg abgekommen ist.Geblieben sind ihm ein Rest von Zynismus und ein etwas ramponiertes, besser gesagt, versoffenes Erscheinungsbild; eben ein ganz normaler zweiter Geiger. Man kann sich keinen anderen als Rudi Larsen in dieser Rolle vorstellen, der sich mit bitterem Humor über sich selbst lustig macht. Louis Harvey ist der Böse. Er hat das Messer und den Slang, der so gar nicht zu seinem Instrument, zur Bratsche, passen will. Wenn es aber darum geht, die Alte um die Ecke zu bringen, versagt er vollkommen. Er ist ein Gauner, aber kein Mörder. Mit Stefan Wilde ist auch dieser Gangster ideal besetzt, ebenso wie Willie Knoxton, der dicke Cellist. Er liebt den Kuchen von Mrs. Wilberforth, hat Bärenkräfte, aber nicht das Hirn, diese auch entsprechend einzusetzen. Josef Pechhacker gibt den gutherzigen, aber verfressenen Verbrecher in einer so rührenden Weise, dass es einen leid tut, wenn ihn in der Aufregung der Schlag trifft.

Die Gewinnerin ist, na wer? natürlich Mrs. Margret Wilberforth. Ihre Doppelkonferencen mit dem Papagei Mr. Gordon, ihre Begeisterung am Menuett von Boccherini, der Genuss einer Schale Tee und ihre Abneigung gegenüber dem schwarzen Regenschirm, das ist ihr Leben.

Die Pension, die ihr der mit seinem Schiff im Meer versunkene Gatte hinterlassen hat, ist ausreichend, um kommod die nächsten Jahre zu genießen. Sie hätte also keine Sorgen, abgesehen davon, dass die Polizei ihr keinen Glauben schenken will, was sie an Untaten und Außerirdischem beobachtet. Wer sonst als Ulli Fessl könnte diese Dame besser verkörpern?! Ihr sitzt der Schalk im Nacken, vor allem dann, wenn sie feststellen muss, dass ihr ein Vermögen zugewachsen ist und sie endlich Gelegenheit hat, den freundlichen Polizisten nicht nur auf ein oder zwei Gläser Wein, sondern zum Besuch des Theaters einzuladen, wo gerade das Kriminalstück „Ladykillers“ gegeben wird.


Kultur & Wein, 19. Oktober 2017

"Ladykillers“: Mörderisches Vergnügen in der Komödie am Kai

Da hat die Komödie am Kai doch im wahrsten Sinne des Wortes einen Mordsspaß auf ihren Spielplan gesetzt! „Ladykillers“ von Elke Körver und Maria Caleita (nach dem Drehbuch von William Rose, das 1955 von Alexander Mackendrick verfilmt wurde) ist eine höchst unterhaltsame Krimi-Komödie mit viel schwarzem Humor, den Sissy Boran für ihr Haus (gemeinsam mit Andrea Eckstein) bearbeitet und mit perfektem Timing sowie treffsicherem Geschick für gelungene Pointen in Szene gesetzt hat.

Mit ihrem vorlauten Papagei Mr. Gordon wohnt die Kapitänswitwe Margaret Wilberforth in einem gemütlichen Haus, das groß genug ist, um ein Zimmer im Obergeschoß zu vermieten. Ein seriös wirkender Professor wird vorstellig, der sich in dem Raum einquartieren möchte, um mit seinen drei Freunden ungestört musizieren zu können. Die vier Herren, die mit ihren Instrumenten einziehen, sind allerdings keine Musiker, sondern planen den Überfall auf einen Geldtransporter. Doch da haben sie die Rechnung ohne ihre Wirtin gemacht, die sich als wahre Nervensäge entpuppt, indem sie ihren Mietern Tee aufdrängt und immerzu ihre beiden Freundinnen zu Besuch hat.

Im ahnsehnlichen zweistöckigen Bühnenbild (mit Blümchentapete im Landhausstil) von Siegbert Zivny und in stilgerechten Kostümen von Barbara Langbein spielt sich das Spektakel ab: Zu ebener Erde empfängt die Dame des Hauses ihre Freundinnen Gwendolyn und Harriet, im Stock darüber berät sich das Räuber-Quartett über seine Pläne, nicht ohne dabei das Grammophon einzuschalten, das darüber hinwegtäuschen soll, dass die vier Herren gar keine Instrumente spielen. Und so spitzt sich die Situation – treppauf, treppab – zu. Der Coup scheint schon geglückt zu sein, da entdeckt Mrs. Wilberforth das gestohlene Geld und wird im Nu zur Mitwisserin. Pech nur für die vier Räuber, dass der Balkon im Obergeschoß schon etwas morsch ist und gleich darunter die Bahngleise verlaufen…

Das Ensemble ist mit großer Spielfreude bei der Sache: Ulli Fessl ist eine schelmische, energische Mrs. Wilberforth, die das Geschehen im Obergeschoß mit hellwachem Blick verfolgt. Furchtlos stellt sie sich der Gangsterbande in den Weg, die zu allem entschlossen scheint. Eva Agai spielt eine herrlich schrullige Gwendolyn, Ingeborg Bauböck eine liebenswürdige Harriet, und es ist ein großes Vergnügen zuzusehen, wie die beiden Damen das Ganoven-Quartett mit der Idee überrumpeln, sie mögen doch bei einem Wohltätigkeitskonzert aufspielen und mehr noch, gleich eine ganze Symphonie dafür komponieren.

Die Räuberbande hat mit Professor Marcus – grandios: Victor Kautsch – einen distinguierten Anführer, der sich die Störungen durch seine neugierige Vermieterin ganz gentlemanlike vom Leib hält. Rudolf Larsen mimt einen gutmütigen Dr. Courtenay, der der alten Dame kein Haar krümmen möchte. Josef Pechhacker sorgt als tollpatschiger Willie Knoxton für Amüsement, wenn er sich von Mrs. Wilberforths köstlichem Kuchen ablenken lässt. Als Raubein in der Runde agiert Stefan Wilde als Louis Harvey, der schon einmal ein Messer zückt, um es dann doch nicht zu verwenden. Rafael Witak ist der ungemein charmante Polizeibeamte Mr. Thomson, der Mrs. Wilberforth zuvorkommend ihren Regenschirm vorbeibringt und sich nur zu gerne auf ein Gläschen Portwein einladen lässt.

Fazit: Ein mörderisches Vergnügen mit vielen Turbulenzen und reichlich schwarzem Humor – sehr sehenswert!


Anja Schmidt, Kultur Schatulle, 28. Oktober 2017

Ladykillers

In der KOMÖDIE AM KAI in Wien gibt es nun eine neuerlich erfolgreiche Aufführung der unschlagbaren Krimikomödie in vier Bildern von Elke Körver und Maria Caleita nach dem Drehbuch des Films von William Rose (1955) und dann Jahrzehnte später als die filmische Neubearbeitung der Coen-Brüder (2004) wiederum volle Kassen brachte.

Die Geschichte spielt im England der späten Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts. Ulli Fessl als eine bezaubernde alte Dame hatte mit Freude ein Streicherquartett in ihrem großen Hause aufgenommen. Ihre beiden Freundinnen Eva Agai und Ingeborg Bauböck bringen mit ihrer Naivität und ganz „speziellen“ Musikalität das Publikum zum Lachen. Rafael Witak als netter, junger Polizeiinspektor alias Papagei Mr.Gordon versteht sich auf bemerkenswerte Doppelkonferenzen. Das Streichquartett der vier Möchtegernbanditen wird vom Primgeiger, dem großtuerischen Boss der Bande Victor Kausch angeführt. Er ist nie um eine Ausrede verlegen. Der 2.Geiger Rudolf Larsen, ein versoffener vom Land und die Bratsche Stefan Wilde, ein dauernd versagender Gangster, kann keiner Fliege was zuleide tun. Zuletzt noch der dicke Cellist Josef Pechhacker, der verfressene Tunichtgut ohne Hirn.

Regie führt mit sicherer Hand Sissy Boran, die Produktionsleitung übernahm Andrea Eckstein. Das Bühnenbild von Siegbert Zivny und die Kostüme von Barbara Langbein vervollständigen die bestens gelungene Aufführung eines erprobten Ensembles.

Nicht zuletzt verdankt dieser rabenschwarze Krimi der großartigen, bezaubernden Hauptdarstellerin Ulli Fessl als Mrs. Wilberforth den Riesenerfolg. Ihr neckischer Charme beim Genuss einer Schale Tee, ihre Naivität und nervende besorgte Neugierde, ihr überraschendes Musikverständnis beim Menuett von Boccherini. Diese Rolle ist ihr wahrlich auf den Leib geschrieben.

Hier erlebt man das Augenzwinkern eines britischen Humors, wenn sich eine Leiche nach der andern findet. Dieser Klassiker der Schwarzen Komödie ist ein echter Theaterspaß.


Vienna Journal, 9. November 2017