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Vom 9. September bis 7. Oktober 2017:

Begleiten Sie uns auf eine Reise Backstage - hinter den Kulissen mischen sich Liebe und Freundschaft, Intrigen und Eifersucht, versteckte Talente und gebrochene Existenzen. Und nicht selten regiert das Chaos! Lachen Sie mit uns über den „ganz normalen Wahnsinn“ auf und hinter der Bühne - tauchen Sie ein in eine Welt voll Glamour und Emotionen.


„Lasst mich den Löwen auch spielen!“

- ganz nach dem Motto aus Shakespeares "Sommernachtstraum" entführen Sie vier Schauspieler auf eine Reise durch die bedeutendsten Werke der Weltliteratur.

Monologe und Szenen, von der Klassik bis zur Moderne, die sie SO garantiert noch nie gesehen haben.

Genießen Sie einen Abend mit wohlbekannten und beliebten Melodien, gespickt mit amüsanten Anekdoten.


Ein vergnügliches Abenteuer mit Witz und Situationskomik,

bei dem bestimmt kein Auge trocken bleibt!

THEATER-WAHNSINN?!

täglich, außer Sonntag & Montag um 20:15 Uhr

mit Sissy Boran, Bernadette Mezgolits

Victor Kautsch, Peter Kuderna


BUCH & REGIE: SISSY BORAN & ANDREA ECKSTEIN

Musikalische Leitung: Walter Lochmann

Bühnenbild: Siegbert Zivny

Kostüme: Barbara Langbein

THEATERWAHNSINN?! Revue für vier leidenschaftliche Komödianten

Hinter allem Lachen das emotionale Bekenntnis zu einem Leben für die Bühne


Wer einmal davon infiziert ist, bleibt von dieser „Krankheit“ lebenslang befallen. Gemeint ist das Theater, das bekanntlich keinen mehr loslässt, der sich unvorsichtig zu intensiv damit eingelassen hat. Das Gefühl, die Menschen da draußen im dunklen Zuschauerraum zu spüren, diese direkte Verbindung zum Publikum aufzubauen, ist rational schwer erklärbar. Und doch weiß der Schauspieler auf geheimnisvolle Weise, wie er unten ankommt. Der Applaus ist zwar die Bestätigung dafür, aber noch mehr ist er ein Suchtmittel, ohne das sich ein Leben nicht mehr lohnt. Einem Schauspieler kann man schonungslos alles sagen, aber nur das Beste, ist ein geflügeltes Wort in diesen Kreisen. Schließlich trägt er jeden Abend sein Haut zu Markte und ist dementsprechend empfindlich, zum Beispiel auf Kritik, und sei sie noch so gut gemeint. Daher ist auch in der schreibenden Zunft Vorsicht geboten, was man zu einem neuen Stück sagt. Aber noch schlimmer ist es, wenn der vom Theatervirus Befallene vielleicht gerade kein Engagement hat und zusehen muss, wie andere auf der Bühne stehen und spielen dürfen.

„Theater-Wahnsinn?!“ schlägt genau in diese Kerbe. Sissy Boran, unerschütterliche Prinzipalin der Komödie am Kai, hat gemeinsam mit ihrer rechten Hand Andrea Eckstein eine Revue aus Chansons und bewährten Sketches zusammen gestellt, die hinter allem Lachen, das sie einen Abend lang bietet, ein emotionales Bekenntnis zu einem Leben auf der Bühne ist. Im Grunde ist es eine berührende Story, die das dennoch erfüllte Dasein einer Provinztruppe abseits der großen Bühnen erzählt.

Boran selbst als Luise Sommer schildert authentisch und sehr persönlich, was ihre Heldin bewegt, ein Theater zu führen. In feinen Zwischentönen lässt durchschimmern, dass ein solches Unterfangen alles andere als ein Honiglecken ist. Aber, so sagt sie an einer Stelle, „es ist wie ein Wunder“, das täglich passiert. Sie lernt ihren Waldemar kennen, alles andere als ein Traummann, doch, wie schon der alte Schlager sagt, liebt sie ihn. Hochachtung für Peter Kuderna, der als Waldemar Sommer tapfer die Mühen des Tingelns mit seiner Luise teilt. Otto Hupfauf, ein Trafikant, lässt sich trotz garantierter Talentlosigkeit nicht davon abhalten, als Mitglied dieses Ensembles in Wirtshaussälen und Volksheimen aufzutreten. Victor Kautsch ist ein Komödiant ohne Rücksicht auf sich selbst. Mit zusammen gezwickten Beinen und einer Rolle Klopapier steht er vor dem besetzten Häusel und rezitiert in seiner Not wie einer vom Burgtheater den Monolog „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ aus Shakespeares Hamlet.

Ganz im Gegensatz zu Otto lässt Luna Soleil (Bernadette Mezgolits) keinen Zweifel offen, dass sie alles kann, was eine Schauspielerin braucht. Sie kann großartig tanzen, singen und spielen, dazu schaut sie noch ungemein verführerisch aus. Kein Wunder, dass es eine Weile dauert, bis die Chefin der Truppe einwilligt, dass man die junge Dame ins Ensemble holt. Wenn es dann aber so weit ist, dann steht einem vergnüglichen Abend voll „Theater-Wahnsinn“ nichts mehr im Wege.


Kultur & Wein, 14. September 2017