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Vom 7. September bis 1. Oktober 2016:

Esther Vilar erzählt pointiert mit Witz und hintergründigem Humor die Geschichte dreier Frauen, die voller Leidenschaft und ohne Skrupel um einen Mann kämpfen. Ein Beziehungsgeflecht in der Manier von „Sex and the City“ und „Desperate Housewifes“, ein theatralischer Knüller voller Sarkasmus, an dem man seine helle Freude hat.

Die umwerfend-komische Erfolgskomödie von ESTHER VILAR

um die wohl größte Leiden-Schaft!

REGIE: ERICH M. WOLF

Bühnenbild: Siegbert Zivny

Kostüme: Barbara Langbein

EIFERSUCHT

täglich, außer Sonntag & Montag um 20:15 Uhr

mit Bernadette Mezgolits, DANY SIGEL, Melanie Waldbauer

"Eifersucht - eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft."

Es gibt nichts Schlimmeres! Aber auch nichts Komischeres!

Alles dreht sich um ihn: Laszlo erfolgreicher Anwalt, Mitte 50, in der Blüte seines Lebens und glücklich verheiratet. Seit 18 Jahren lebt er, mit seiner Frau Helen, 55 und ebenfalls Anwältin, in einem Penthouse in der 24. Etage eines wohlsituierten Hochhauses. Eine Welt, die vollkommen in Ordnung zu sein scheint. Doch der Schein trügt und so stellt sich bald heraus, dass Lazslo nicht nur Helen liebt. Im selben Hochhaus, nur einige Etagen höher, lebt Yana, Architektin des Hauses und um einige Jahre jünger als Helen. Sich ihrer Überlegenheit bewusst nimmt sie kurzerhand Kontakt zu Helen auf, um die Kontrahentin auszuboten.

Es entbrennt ein hemmungsloser Schlagabtausch zwischen den beiden Frauen, ungeheuer witzig, sprachlich und intellektuell auf hohen Niveau. Da hinein platz Iris, eine 25 jährige Yogalehrerin und erzeugt eine elektrisierende Wendung...

Was als Beziehungsstress beginnt, steigert sich zu einem lustvollen Spiel!

Ein absolut sehenswerter Theaterabend voll bissiger und zugleich komischer Momente

über triebgesteuerte Männer, Beziehungsgeflechte, Gefühlschaos

und Frauen am Rande des Nervenzusammenbruches.

Ein Abend, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten!

"Eifersucht“, die süchtig macht – Komödie von Ester Vilar

Ein sehenswerter Kampf von drei gekränkten Frauen


Was muss das für ein Mann sein, dass sich die elegante Helen (Dany Sigel), die erotische Powerfrau Yana (Melanie Waldbauer) und die erfrischend natürliche Iris (Bernadette Mezgolits) um ihn streiten. Gut, mit Helen ist Laszlo seit 27 Jahren verheiratet. Das heißt, beide sind nicht mehr die jüngsten. Wenn dann plötzlich auf ihrem Computer ein Mail auftaucht, in dem ihr eine andere mitteilt, eben die 40jährige Yana, dass sie sich ausgerechnet in Laszlo verliebt hätte und Helen diesen gefälligst freigeben soll, dann heißt es eben kämpfen. Zu allem Überfluss treibt es diesen offenbaren Übermann noch zu einem weiteren Verhältnis mit einer 25jährigen Studentin. Aus dem Zweikampf wird ein erbarmungsloses jede gegen jede. Wenn die Eifersucht erwacht, wird der eigene Erfolg für jede dieser Frauen nebensächlich, bei Helen, der Star-Anwältin, ebenso wie bei der Architektin Yana und der als Yoga-Lehrerin im Buddhismus Gelassenheit suchenden Iris. Schließlich geht es um den Mann, besser gesagt, um die Trophäe von der Jagd nach diesem Kerl.ERROREster Vilar hat dieses „Drama für drei PC´s“, wie sie es nennt, als Komödie voller herrlich spritzigen Wortwitzes gestaltet. E-Mails erlauben im Gegensatz zu einem üblichen Streitgespräch feinere Formulierungen, weil sie zwischen Angriff und Gegenangriff eine sichere Denkpause bieten. Das heißt aber auch, dass sich die Rivalinnen nie direkt gegenüberstehen, sondern die Attacken über die Tastatur ihres Computers ablaufen. Im Grunde bleibt aber jede dieser Frauen mit ihrem Jammer mutterseelenallein und muss bis zum Süchtigwerden in der eigenen Eifersucht schmoren.

In der Komödie am Kai, wo „Eifersucht“ derzeit am Spielplan steht, hat Regisseur Erich M. Wolf diese bühnentechnische Herausforderung angenommen und auf im Grunde logische und wirkungsvolle Weise gelöst. Ein Schreibtisch für Helen, eine Couch für Yana und später ein jugendliches Bücherregal für Iris, dazu der jeweils passende Scheinwerfer und der Kriegsschauplatz in einem mondänen Hochhaus in New York, in dem sich die Geschichte abspielt, ist fertig.

Die drei großartigen Darstellerinnen tragen das ihre dazu bei, um den Zuschauer in Spannung und bei Laune zu halten. Mit den Mails werfen sie einander die Stichwörter zu, nehmen wie selbstverständlich die Themen der anderen auf und spielen sie weiter wie die Soli in einem gut eingespielten Kammermusikensemble. Alles zusammen macht „Eifersucht“ wieder zu einem dieser Stücke, die die Komödie am Kai längst zu einem sicheren Tipp für Connaisseurs des feinen Boulevards gemacht haben.


Kultur & Wein, 8. September 2016

Lodernde Eifersucht auf drei Etagen

Drei Frauen, drei Stockwerke, ein Mann: Die drei weiblichen Charaktere in Esther Vilars Komödie „EiferSucht“ wohnen zwar im selben Haus (in unterschiedlichen Etagen), kennen einander aber nicht persönlich. Ihre Gemeinsamkeit: Laszlo, erfolgreicher Rechtsanwalt, Mitte 50.

Laszlo ist mit seiner gleichaltrigen Berufskollegin Helen (beide wohnen im 24. Stock eines Hochhauses in New York City) verheiratet. Mit Yana, einer Architektin aus dem 30. Geschoß, hat er ein Verhältnis. Die Lage spitzt sich zu, als auch noch Iris, Yoga-Lehrerin und Studentin der Indologie aus dem 19. Stock, auf der Bildfläche erscheint.

Der Titel des Stücks ist Programm: Rasende Eifersucht lodert zwischen den Frauen – Helen ist eifersüchtig auf die rund 15 Jahre jüngere Yana, und diese wiederum spuckt Gift und Galle in Richtung der Mittzwanzigerin Iris. Der Kreis schließt sich, als Iris entdeckt, dass sie außer Yana auch noch eine andere Konkurrentin hat.


Wortgefechte via E-Mail in geschliffener Sprache

Das Stück ist dramaturgisch bemerkenswert aufgebaut: Die beteiligten Damen treffen zu keinem Zeitpunkt aufeinander, sondern kommunizieren ausschließlich per E-Mail – als Montage einzelner Monologe – untereinander. In der ursprünglichen Version des Werks von Esther Vilar (geboren 1935 in Buenos Aires/Argentinien), das im Jahre 1999 in Düsseldorf uraufgeführt wurde, kamen noch Faxmitteilungen zum Einsatz.

Sie schenken einander nichts, dennoch setzen die Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs in ihren Nachrichten, trotz vieler Verunglimpfungen und bei aller Dramatik, stets auf messerscharf geschliffene Sprache. Während Vilar das Thema Eifersucht in allen Facetten ausleuchtet, bleiben die Figur des Laszlo und dessen Standpunkt zu den Liebeswirrnissen im Dunkeln.

Zum Auftakt der 35. Spielsaison der Komödie am Kai hat Erich M. Wolf Esther Vilars Drei-Personen-Stück sehr dynamisch und stringent inszeniert, in einem erst zwei-, dann dreigeteilten Bühnenbild von Siegbert Zivny. Helen und Yana, beide geschmackvoll gewandet (Kostüme: Barbara Langbein), verfassen ihre E-Mails auf trendigen Marken-Notebooks, während Iris zum stylishen Tablet greift. Erstgenannte agiert vom noblen Schreibtisch aus, Yana hingegen von der eleganten Chaiselongue, die Jüngste macht es sich in ihrer Sitzecke gemütlich.

Es ist ein großes Vergnügen, den drei grandiosen (und exzellent aufeinander eingespielten) Darstellerinnen zuzusehen: Dany Sigel gibt als lebenskluge und scharfsinnige Helen ihrer Gegenspielerin Yana vortrefflich Konter, Melanie Waldbauer mimt die anmaßende Statistikexpertin Yana mit viel Verve, und Bernadette Mezgolits überzeugt als arglose Iris, die jegliches Besitzdenken in Sachen Zweisamkeit großspurig kritisiert. Ein sehenswertes Damen-Trio am Rande des Nervenzusammenbruchs!


Anja Schmidt, Kultur Schatulle, 14. September 2016